Zyklus der Wandlungen und Meridiane
Der biologische Ablauf im Organismus wird nach alter chinesischer Denkweise durch die Wechselwirkung der fünf Elemente geregelt, die symbolisch für ganz bestimmte Eigenschaften aller Phänomene stehen. Das Qi fließt dabei auf 12 Meridianen, die unmittelbar mit den Organen und dem Gehirn verbunden sind. Alle Körperfunktionen stehen damit letztlich in engem Zusammenhang und sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn also beispielsweise ein Organ gestört ist, wirkt es sich auf ein bestimmtes anderes Organ aus . In der TCM muss damit also immer der ganze Körper beobachtet werden und man darf sich nicht auf das kranke Organ fixieren.
Dabei werden zwei Zyklen unterschieden, der Hervorbringungs- oder Erzeugungszyklus und der Zerstörungs- oder Kontrollzyklus.
Im ersten Kreislauf erzeugt und ernährt jedes Element im Uhrzeigersinn das nächste (Mutter-Kind-Regel) und verbraucht sich dabei. Ist ein Element dazu nicht mehr in der Lage, kommt es zu einem Ungleichgewicht. Eine Schwäche der Lunge kann auf diese Weise zu einer Schädigung der Nieren (siehe Modell), aber auch zu einer Schwäche der Gallenblase führen, da die Niere wiederum deren Mutter ist.
Im sog. Kontrollkreislauf überwacht damit auch jedes Element das ihm zugeordnete übernächste Element. Kann es seine Kontrollfunktion nicht erfüllen, ist die Folge eine Funktionsstörung im zu überwachenden Element.
Das Erkennen der Wirkzusammenhänge in diesem System und die Beseitigung der im Störungsfall ausgelösten Disharmonien, ist die große Kunst der TCM und damit auch der Kräuterheilkunde der Chinesen. Hauptziel ist dabei immer, im Sinne des Ganzheitsprinzips, die Energiebalance im Körper wieder herzustellen. Um Ursache und Wirkung richtig zu erkennen, ist logischerweise eine tiefgehende, individuelle Diagnose beim Patienten notwendig. Die anschließend verschriebene Kräuterrezeptur setzt sich in der Regel dann auch aus mehreren Kräutern zusammen, die jeweils auf die betroffenen Gebiete wirken sollen.
Die Fünf-Phasen-Theorie wurde allerdings von Beginn an, bis heute, von Kritik begleitet. Ihre Gegner betrachten sie als starren, unflexiblen Überbau, der ständig die praktischen und flexiblen Beobachtungen der chinesischen Medizin überlagert. Im Laufe der Zeit wurden deshalb die Bezugspunkte der Phasen und ihre Beziehungen zueinander immer wieder verfälscht, sodass viele TCM-Mediziner diese Theorie mißachten und nur noch nach der älteren aber beweglicheren Yin und Yang Theorie arbeiten. »» zurück zu Fünf Elemente

Die Meridiane, die Hauptbahnen für den Qi-Fluss (Energiefluss, nicht zu verwechseln mit dem Blutfluss), sind bilateral, d.h. auf jeder Körperseite befindet sich ein identischer Satz. Es gibt sog. Yin-Meridiane (Speicher-Organe), deren Aufgabe es ist, die wichtigsten Essenzen des Körpers zu lagern (Nieren, Leber, Milz, Lungen, Herzbeutel) und auch Yang-Meridiane, zuständig für den Transport von Flüssigkeiten und Blut (Blase, Gallenblase, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Dreifacher-Erwärmer). Konstatiert man in der TCM ein Organungleichgewicht ist in der Regel nicht das Organ, sondern der damit verbundene Meridian gemeint. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Funktionskreisen. da heißt es z. B. der Funktionskreis Leber ist gestört.
Neben den genannten 12 Hauptmeridianen gibt es noch 8 weitere, die für die Therapie von Bedeutung sind. Das gesamte Meridiansystem ist durch 15 Nebengefäße miteinander vernetzt, sodass alle Zellen des Körpers mit Energie versorgt werden können.

Zyklus der Wandlungen
 
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